Die Ausgangsbasis für die Datenbank von Global Type ist die Schriftensammlung von Hans Reichardt, Frankfurt am Main. Hier ist kurz die bisherige Entwicklung skizziert:
Diese Übersicht entstand auf Grund meiner langjährigen Sammeltätigkeit von Schriftproben deutscher und ausländischer Schriftgießereien. Zuerst als Manuskript erstellt, wurde der erste Publikationsversuch noch mit Bleisatz unternommen und der Buchstabe A auch angedruckt im Hause der Schriftgießerei D. Stempel AG. Später wurde die gleiche Arbeit auf einer Linotronic-Fotosetzmaschine begonnen, aber auch dort abgebrochen.
Seit 1987, dem Zeitpunkt der ersten Bekanntschaft mit dem Apple Macintosh Computer, entstand die Idee, dieses Medium zur Realisierung der Liste einzusetzen. Um aber die Daten flexibel zu handhaben, wurde im ersten Schritt das Manuskript in eine Datenbank (FileMaker) eingegeben. Diese Arbeit wurde finanziell unterstützt durch ihren Ankauf von den Firmen H. Berthold AG, Linotype AG und URW.
Dieses Verzeichnis umfaßt Schriften aus Europa, Amerika, Asien und Australien. Als Basis dienten mir die Standardwerke: Seemann: Handbuch der Schriftarten 1926, mit Ergänzungen bis 1939, Jaspert/Berry/Johnson: The Encyclopaedia of Typefaces 1970, und Mac McGrew, American Metal Typefaces of the Twentieth Century 1995.
Alle diese Werke bieten für sich gesehen nur einen Ausschnitt aus der Produktion von Bleisatzschriften. Mit diesem Versuch werden erstmals alle 3 Werke zusammengeführt und ergänzt durch die Daten, die im Laufe der Jahre hinzugekommen sind. Sie verzeichnet also erstmals alle bekannten Schriften des 20. Jahrhunderts und geht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Aufnahmekriterium ist dabei die Bezeichnung der Schriften mit eigenem (unverwechselbaren) Namen. Wo dies nicht der Fall ist, handelt es sich um Schriften aus dem Seemann, der alle lieferbaren Schriften der damaligen Zeit (1926) verzeichnet, also auch Namen wie Fraktur 1, Fraktur 14, Gotisch breit, Gotisch schmal usw., die keine exakte Schriftzuordnung ermöglichen.
Da die Liste mit reinen Daten wenig aussagekräftig wäre, kam später die Idee hinzu, sie zu illustrieren mit Alphabeten von PostScript- und TrueType-Schriften bzw. aus Musterbüchern Zeilen über einen Scanner einzulesen. Die Datenbank erreichte aber schon nach wenigen bebilderten Datensätzen einen solchen Speicherumfang, daß hier ein Weiterkommen nicht möglich war. Hier kam mir die Software Adobe Acrobat zur Hilfe. Deshalb wurde dieses Verzeichnis in das Adobe Acrobat-Format konvertiert, so daß es sich an jedem PC (Apple oder IBM kompatibel) ansehen und auch ausdrucken läßt.
Hans Reichardt
Frankfurt am Main, August 2002