Lichtsatz – der digitalisierte Fotosatz

Von Interesse ist sicherlich, dass die Digitalisierung der Schriften, also das Zerlegen der Buchstabens in einzeln ansteuerbare Pixel, bereits im elektronischen Fotosatz geschah. Genauer gesagt sprach man dann vom Lichtsatz oder Lasersatz. GroĂźe Bedeutung hatte hier die Pionierarbeit des Kieler Ingenieurs Rudolf Hell, dessen Firma Hell die Digiset entwickelte, den ersten digitalen Belichter von kommerzieller Bedeutung.

Im Akzidenzbereich hatte sich die CRTronic von Linotype rasch durchsetzen können, ein All-In-One-Gerät mit einer Kathodenstrahlröhre als Belichtungseinheit, an das weitere Terminals angeschlossen werden konnten. Die Beschreibung der Buchstaben erfolgte hier nicht mehr auf Pixelbasis, sondern mittels Vektoren.

In puncto Bild-Text-Integration hatte seinerzeit Scangraphic mit dem ColorCommander-System die Nase vorn. Neben hochwertigem Satz war hier auch echte Farbbildverarbeitung möglich. Es sollte nicht vergessen werden, dass die Macs zu dieser Zeit dafür noch nicht geeignet waren.

Gegen Ende der Fotosatzära gab es auch Lösungen etwa auf Basis seinerzeit aktueller Sun-Workstations, die durchaus auch PostScript-Output ermöglichten. Industrieweit sind Foto- und Lichtsatz heute von DTP und PostScript abgelöst worden.

 

Abbildungen, v. oben n. unten:

Linotype CRTronic

Hell Digiset

Autologic APS-5

Scangraphic ColorCommander