| HandsatzUm 1440 entwickelte Johannes Gensfleisch zum Gutenberg ein Druckverfahren, das man bis heute „Buchdruck“ nennt, weil es vor allem dazu dienen sollte, Bücher zu verbreiten, die bis dahin ausschließlich handschriftlich entstanden. Er leitete damit den Übergang zur Informationsgesellschaft ein. Mit einem geschnitzten Stahlstempel, der Patrize, welche einen Buchstaben seitenverkehrt zeigte, schlug er in ein Kupferstück und bekam so eine (seitenrichtige) Matrize. Diese wurde in das Handgießinstrument gelegt und ausgegossen mit einem durch Antimon (für Härte) und Zinn (für Geschmeidigkeit) angereicherten Blei, derart enstand die bleierne Letter. Blei ist das ideale Material: ist elastisch, also springt nicht zu leicht unter Druck und ist daher belastbar in der Druckpresse; nimmt Fett an und somit die auf Firnis basierende Druckfarbe; hat einen niedrigen Schmelzpunkt (327,5 °C oder 600,65 K) und gute Fließeigenschaften, um auch in die feinsten Linien der Matrize zu gelangen; rostet nicht (reagiert nur auf Frost); es ist billig. Die bleiernen Lettern (auch: Typen) wurden aneinandergereiht im Winkelhaken, einer Winkelschiene aus Holz (später aus Metall), zu Wörtern und Zeilen. Die Abstände zwischen Wörtern und an den Enden der Zeilen wurden aus niedrigeren, also nicht druckenden Bleistücken eingefügt, so daß eine Druckform mit vier glatten Seiten entsteht, die sich in einen Rahmen für die Druckmaschine schließen läßt. Nach dem Druck wird der Satz zurück in den Setzkasten abgelegt. Bis zur Ablösung durch den Fotosatz zum Ende des 20sten Jahrhunderts wurde fast unverändert vom Bleisatz gedruckt. Daher prägte Georg Christoph Lichtenberg das Wort: „Mehr als das Gold hat das Blei die Welt verändert, und mehr als das Blei in der Flinte das im Setzkasten.“
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