Die Erfindung des Lichtsatzes

Die Digitalisierung der Schriftzeichen geschah bereits in einem frühen Stadium des Fotosatzes. Der erste volldigitale Belichter der Welt war die Digiset von Hell aus Kiel, die 1965 der Fachwelt vorgestellt wurde. Zum ersten Mal wurden die Buchstaben aus kleinen Einzelpunkten zusammengesetzt. Die Fonts, die zur Verfügung standen, hatten ein noch recht grobes Raster und waren als reine Bitmaps gespeichert, Vektoren oder gar Bézierkurven kamen hier noch nicht zum Einsatz. Stattdessen wurden die Buchstaben Punkt für Punkt aus dem Speicher abgerufen und zur Ganzseite mit Schwarz-Weiß-Bildern zusammengesetzt.

Die Seiten wurden in einem mnemotechnischen Code aufgebaut, ähnlich HTML. So stand der Befehl „dz12“ für die Formatierung „Zeilenabstand 12 pt“, „sg9“ bezeichnete die Schriftgröße von 9 pt. Mit dieser Methode wurden ganze Zeitungsseiten aufgebaut, die erst ins Rechenzentrum und von dort auf den Belichter geschickt wurden. Die erste Version des Belichters war eine Kathodenstrahlröhre, im Innern des ca. 3 m langen Gerätes war eine Fokussierlinse mit etwa 30 cm Durchmesser auf zwei armstarken Haltestangen beweglich montiert. Später hielt mit der LS 210 der Laser Einzug in die Fotosatztechnologie.

 

Abbildungen, v. oben n. unten:

Hell Digiset

Spiegelkopf der Lasereinheit