| Desktop PublishingDesktop Publishing – das Publizieren vom Schreibtisch aus – war Mitte der Achtziger ein Schlagwort für die Kombination einer Triade aus Apple Macintosh als Plattform, Adobe PostScript als Seitenbeschreibungssprache und Aldus PageMaker als Satz- und Layoutprogramm. Der Begriff WYSIWIG – What You See Is What You Get – bezeichnete die interaktive Kontrolle aller Seitenelemente, die im Fotosatz nur mittels mnemotechnischen Codes erzeugt werden konnten. Die optische Kontrolle geschah erst danach bzw. indirekt. Nun aber war es möglich, alles direkt zu verändern. Zumindest war dies der Anspruch. In den Anfängen spottete mancher Experte jedoch über ein „What you get is what you should have expected“. 1987 öffnete Linotype auf der imprinta Düsseldorf die Belichter Linotronic 300 und 500 für PostScript, was auch bedeutete, dass sich die Firma damit von ihrem eigenen proprietären Frontend, sprich Satzsystem, endgültig verabschiedete. Es war dies einer der wesentlichen Meilensteine, die dem Mac auf der Basis von PostScript erst den Durchbruch ermöglichten. Die Begrifflichkeit „Bild-Text-Integration“ war schon im digitalen Fotosatz gebräuchlich und auch in reale Systeme umgesetzt worden. Rückblickend würde man diese Anlagen heute als „Insellösungen“ abtun, jedoch waren die bis dato gültige Produktionssicherheit und Satzqualität in den ersten Jahren vom DTP nicht erreicht worden. Das DTP hatte seine Chance auf Grund der grundsätzlich offenen Architektur und der zunächst auch nur rudimentär vorhandenen Text-Bild-Integration. Die Entwicklung ging jedoch derart rasant vonstatten, dass die Fotosatzhersteller für ihre Lösungen bald keine Abnehmer mehr fanden. Etwas länger als der Fotosatz hielten sich spezielle Systeme für die hochwertige Bildverarbeitung, bis das Programm Photoshop und die rasch wachsende Leistung der Macs auch diese Ära beendeten. |